m  Sonntagmorgen  stehe  ich  halb  acht  auf. Role  hat schon  gepackt. Als  ich  bei  Frühstücksbuffet  anstehe  höre ich  ihn            wegfahren. Ich  beginne  auch  zu  Packen. Beim  Zeltabbau  bricht  mir  auch  noch  eines  der Gestängesegmente  meines            Robenszeltes. Nach mehreren Verabschiedungen von unterschiedlichen Bekannten starte ich gegen halb zwölf Richtung               Stuttgart. Wir werden getrennt fahren. Ute mit Gerald mit dem Auto über die Autobahn, ich werde versuchen größtenteils Landstraßen zu benutzen. Es wird hauptsächlich die B27 sein der man eigentlich bis Stuttgart folgen könnte.
In Hünefeld, zwischen Bad Hersfeld und Fulda tanke ich. Die Spritpreise liegen um 1,74€ für Normalbenzin. Etwas südlich von Fulda fahre auch ich für etwa 50km auf die Autobahn. Bei Hammelburg fahre ich dann ab, Richtung Gemünden am Main und am Main entlang bis Würzburg. Hier geht es wieder ein paar Kilometer auf die Bahn, dann auf Landstraßen Richtung Bad Mergentheim. In Dörzbach gehts ab ins schöne Jagsttal, allerdings wird das helle Grau des Himmels dunkler, ich bleibe aber trocken. In Neuenstadt am Kocher fahre ich dann endgültig auf die A81 um nun zügig an mein Ziel zu kommen.
Bei Pleidelsheim ist es auch wieder heller geworden und ich fahre wieder von der Bahn, am Neckar entlang und treffe in Ludwigsburg wieder auf die B27. Diese führt direkt durch Stuttgart und nur wenige Kilometer an meinem Ziel vorbei, das ich nach reichlich 6 Stunden und 450km erreiche. Ute und Gerald sind schon da. Wir essen noch gemeinsam zu Abend, dann fährt Gerald nach Hause. Auch wir legen uns heute nicht so spät zur Ruhe. Vorher schaue ich aber noch im Woick Katalog nach eventuellen "Lösungen" meines Zeltgestängeproblemes.
Am nächsten Morgen rufe ich nach dem Frühstück bei Woick an und frage ob des Gestängereparaturset vorrätig ist. Es ist vorrätig. Ute hatte mir schon angeboten eines ihrer Zelte mitzunehmen.
Kurz vor halb elf starte ich. Es ist warm, die Sonne scheint. Neben dem Reparaturset (es enthält u.a. 4 Gestängesegmente) kaufe ich auch noch 2 Standart Reparaturhülsen. Das Aluminiumgestänge meines Robenszeltes ist nämlich abweichend von den 3 Standartmaßen anderer Zelthersteller, geringfügig dünner. Punkt elf fahre ich bei Woick endlich weiter, Ziel das Zweisimmental in der Schweiz.
Ich will versuchen mit meiner Tankfüllung bis in die Schweiz zu kommen Auch heute folge ich über weite Strecken der B27 über Tübingen, Rottweil, Donaueschingen. Dann an der Schweizer Grenze entlang bis Waldhut-Tiengen. Hier will ich erst noch einmal mit meiner Postbank-EC Karte Bargeld ziehen. Das ist gar nicht so einfach in der Servicewüste Deutschland. Die eine Postfiliale mit Postbank ist jetzt um 13:30 Uhr geschlossen, ich suche und muß noch ins Zentrum von Waldshut-Tiengen. Dort finde ich dann gleich eine große Postbank und eine Deutsche Bank - bei beiden kann ich gebührenfrei Geld schöpfen. Es ist kurz vor 14:00 Uhr. Wenige Minuten später passiere ich die Schweizer Grenze, nach knapp 500km seit dem gestrigen Tanken noch immer nicht auf Reserve fahrend. Nach etwa 30km Landstraße fahre ich dann doch auch mal auf die Autobahn. Die Vignette (von Dezember des Vorjahres bis Januar des Nächsten 14 Monate gültig) habe ich ja von der Tour nach Korsika im Mai. Auf der Autobahn meldet der Tank dann doch irgendwann, der Sprit geht langsam zur Neige, also verlasse ich die A1 bei Oftingen wieder und schwinge mich durchs Berner Oberland. Es ist gegen 15:00 Uhr als ich in Murgenthal meinen Tank für umgerechnet 1,51€ pro Liter fülle. Ich kaufe mir noch 2 Stück Backwaren, fahre aber erst einmal weiter. Eine reichliche Stunde und 60km später mache ich am Rande eines Maisfeldes im ländlichen Flair ca. 20 Minuten Pause. Dann nehme ich die letzten knapp 50 Kilometer bis nach Boltigen im Zweisimmental in Angriff. Kurz vor halb sechs erreiche ich das Hotel "Simmental" (Galerie 1). Hier habe ich ein Zimmer reserviert. Ich checke ein, gehe duschen und anschließend in der Restwärme des Tages ein Stück spazieren. Dann sichere ich die bisher "gesammelten" GPS Tracks auf dem Netbook. Ich esse das letzte der 2 Gebäckstücke von der Tankstelle und ein Stück von Utes eingepackten Kuchen.

               ch habe gut geschlafen in der vergangenen Nacht. Die Sonne lacht vom blauen Schweizer Himmel. Ich gehe frühstücken,                 mache mir  auch ein  Brot mit Schinken  und Käse für  unterwegs.  Ich bezahle  das Zimmer (65Sfr. ca. 54€), packe meine                 Sachen  auf die Kuh und  starte bei  strahlendem Sonnenschein  um viertel  nach neun  Richtung Jaunpaß (Galerie 2).
             Weiter geht es, wieder talwärts Richtung Bulle und  hier auf die A12. Am Dreieck  Vevey nordöstlich  des Genfer Sees, treffe ich auf die A9 Richtung Martigny. Ein paar Kilometer Baustelle bremsen auch mein Autobahntempo, in der Schweiz eh nur maximal 120km/h. In Martigny tanke ich nach nur 220km noch einmal in der Schweiz etwas günstiger, bevor ich über den Col de la Forclaz nach Frankreich fahre. Der Himmel hat sich eingetrübt, aber es regnet noch nicht. Durch Chamonix, vorbei am Mont Blanc Gletscher (Galerie 3), dann geht es auf einer autobahnartigen, 2 spurigen Straße bis Passy. Hier holt mich ein italienischer Wohnmobilist fast vom Motorrad, als ich links von ihm auf fast gleicher Höhe bin und er nach links zieht, um einen LkW zu überholen. Nur gerade noch rechtzeitiges Hupen läßt ihn wahrscheinlich in seinem Drang nach links noch Einhalt gebieten. Von Passy geht es wieder durch die Berge Richtung Albertville. Am Beginn der Autobahn nach Grenoble mache ich eine kleine Rast von vielleicht 15 Minuten. Richtung Albertville wird das Grau des Himmels dunkler. Aber auch der Großstadtsmog tut sein übliches dazu. 4,80€ Maut für die 65km, bis Grenoble sind es aber von der Mautstation noch etwa 15 bis 20km. Regnen tut es noch nicht. Ich habe Grenoble passiert, noch ist es trocken.
Von Grenoble Richtung Sisteron gibt es mittlerweile noch etwa 25km eine recht neue, ebenfalls mautpflichtige Autobahn. An der letzten mautfreien Ausfahrt verlasse ich deshalb die "Stadtautobahn", denn die Landstraße, die RN - Rue National - ist durch die vorhandene Autobahn relativ leer und gut zu befahren. Ab dem Autobahnende sieht das natürlich schon anders aus. Wenn frei ist läßt sich die kurvig durch die Berge führende Straße (die N75) auch gut fahren. Aber wehe ein LkW oder Wohnmobil (letzteres meist mit gelbem Nummernschild) schleicht dahin, dann fährt man kilometerlang hinterher. Am Col du Croix Haute (1187m) ist die Straße feucht. Noch etwa 70km bis zum Ziel nach Fombeton. Nach weiteren 30km beginnt es zu tröpfeln. Ich stülpe dem Tankrucksack das "Verhüterli" über. Die letzten 40km fahre ich im Regen. Bei der Ankunft hört es gerade wieder auf.
Die Uta Baier ist sogar überraschenderweise einmal "anwesend". Meist ist sie mit organisierten Reisen unterwegs. Die Zimmer sind allesamt belegt. Es ist eine große Gruppe von Fliegern - Segel- Drachen- und Gleitschirmfliegern - hier. Ich kann höchstens mein Zelt aufbauen, was ich dann auch tue. Es stehen noch ein anderes Zelt und ein Camper auf der Wiese.
 
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